Von Resten zu Lebensadern: Wie Apps der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken
Startups wie Too Good To Go verbinden Geschäfte mit hungrigen Kunden und helfen jedes Jahr, Millionen von Mahlzeiten einzusparen.
Ein Berg überschüssiger Lebensmittel
Jedes Jahr wird etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel weggeworfen. Vieles davon ist immer noch zum Verzehr geeignet, allerdings müssen Supermärkte und Restaurants strenge Regeln bezüglich des Mindesthaltbarkeitsdatums einhalten. Die Folge ist ein riesiger Überschuss an Brot, Salaten und Fertiggerichten, die bald verderben. Einen Weg zu finden, mit diesem Abfall umzugehen, ist für Umweltverbände zu einem der dringendsten Ziele geworden. Viele Jahre lang waren Wohltätigkeitsorganisationen und Lebensmittelbanken die einzigen, die diese Mahlzeiten sammelten. Jetzt glaubt eine neue Welle von Technologie-Startups, dass sie dazu beitragen können, das Problem in viel größerem Maßstab zu bekämpfen.
Das Too Good To Go-Modell
Die dänische App Too Good To Go wurde 2016 gestartet und ihre Idee ist erfrischend einfach. Lokale Bäckereien, Restaurants und Supermärkte listen am Ende des Tages ihre nicht verkauften Lebensmittel auf, und Verbraucher in der Nähe können sie mit einem Rabatt kaufen. Eine Tüte Gebäck kostet vielleicht ein paar Euro statt des vollen Preises. Kunden holen ihre „Zaubertüten“ in einem festgelegten Zeitfenster ab, wodurch der Betrieb schnell und flexibel bleibt. Mittlerweile ist die App in mehr als 17 Ländern verfügbar und hat dazu beigetragen, dass über 300 Millionen Mahlzeiten nicht weggeworfen werden.
Ein wachsender Markt für Lösungen
Too Good To Go ist nicht allein. Andere Apps wie Olio, Karma und ResQ haben sich der Bewegung angeschlossen. Olio beispielsweise konzentriert sich auf das Teilen von Essensresten unter Nachbarn, während Karma eng mit Einzelhändlern in Skandinavien zusammenarbeitet. Viele dieser Unternehmen bauen ihr Geschäft auf Partnerschaften mit großen Ketten auf, und die Initiative weitet sich auf Hotels, Kantinen und sogar Airline-Caterer aus. Auch die Investoren sind aufmerksam und investieren Millionen in den Sektor. Gemeinsam schaffen sie einen neuen Markt, in dem Abfall zu einer Ressource wird.
Die Zahlen hinter der Wirkung
Die bisherigen Ergebnisse sind beeindruckend. Too Good To Go berichtet, dass dadurch umgerechnet 100.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart wurden. Wenn Lebensmittelverschwendung ein Land wäre, wäre es laut UN der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen nach den USA und China. Apps allein werden die Krise nicht lösen, aber sie bieten ein erschwingliches und einfaches Tool für Unternehmen und Käufer. Viele Benutzer sagen, dass die Erfahrung auch ihre Einstellung zum Essen im Allgemeinen verändert hat. Umfragen zeigen, dass Menschen, die diese Apps nutzen, auch zu Hause weniger Müll verschwenden.
Bedenken und Kritik
Allerdings feiern nicht alle. Einige Kritiker argumentieren, dass Discount-Apps Verbraucher lediglich dazu ermutigen, auf Schnäppchen zu warten, anstatt ihren Einkauf zu planen. Andere befürchten, dass die Apps den Druck auf Supermärkte verringern könnten, überhaupt weniger zu bestellen. Es stellt sich auch die Frage der langfristigen Nachhaltigkeit: Kann ein gewinnorientiertes Geschäftsmodell wirklich ein echtes Engagement für eine Mission zeigen, die den Verlust des eigenen Gewinns erfordert? Too Good To Go antwortet, dass es nur ein Teil eines viel größeren Systems sei und dass jede gerettete Mahlzeit ein Schritt in die richtige Richtung sei.
Der Weg in die Zukunft
Die Gründer von Too Good To Go planen, in neue Märkte zu expandieren und ländlichere Gebiete zu erreichen, in denen die Auswahl an Lebensmitteln begrenzt ist. Schulen, Krankenhäuser und sogar Regierungen beginnen, sich ähnlichen Plattformen anzuschließen. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, und Apps werden dabei voraussichtlich eine Schlüsselrolle spielen. Ob Technologie allein ein in Kultur und Wirtschaft verwurzeltes Problem lösen kann, bleibt abzuwarten. Dennoch fühlt sich jedes gerettete Brot wie ein kleiner Sieg an.
Quiz
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1Von Resten zu Lebensadern: Wie Apps der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken
Das Too Good To Go-Modell
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2Die dänische App Too Good To Go wurde 2016 gestartet und ihre Idee ist erfrischend einfach. Lokale Bäckereien, Restaurants und Supermärkte listen am Ende des Tages ihre nicht verkauften Lebensmittel auf, und Verbraucher in der Nähe können sie mit einem Rabatt kaufen. Eine Tüte Gebäck kostet vielleicht ein paar Euro statt des vollen Preises. Kunden holen ihre „Zaubertüten“ in einem festgelegten Zeitfenster ab, wodurch der Betrieb schnell und flexibel bleibt. Mittlerweile ist die App in mehr als 17 Ländern verfügbar und hat dazu beigetragen, dass über 300 Millionen Mahlzeiten nicht weggeworfen werden.
Bedenken und Kritik
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3Allerdings feiern nicht alle. Einige Kritiker argumentieren, dass Discount-Apps Verbraucher lediglich dazu ermutigen, auf Schnäppchen zu warten, anstatt ihren Einkauf zu planen. Andere befürchten, dass die Apps den Druck auf Supermärkte verringern könnten, überhaupt weniger zu bestellen. Es stellt sich auch die Frage der langfristigen Nachhaltigkeit: Kann ein gewinnorientiertes Geschäftsmodell wirklich ein echtes Engagement für eine Mission zeigen, die den Verlust des eigenen Gewinns erfordert? Too Good To Go antwortet, dass es nur ein Teil eines viel größeren Systems sei und dass jede gerettete Mahlzeit ein Schritt in die richtige Richtung sei.
Die Bäckerei hat jeden Abend eine große Menge Brot.a) Einführungb) Überschussc) verderbend) Rabatt
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Wenn wir dieses Essen heute nicht verkaufen, wird es________.a) verderbenb) angehenc) erweitert) verpflichten
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Die App wurde________im Jahr 2016 in Dänemark.a) Einführungb) bekämpftc) angegangend) gestartet